Ausbau und Speicherung erneuerbarer Energien vor Ort vorantreiben

Windpark Niederasphe (Quelle: privat)

Zunächst einmal: Münchhausen ist nicht schlecht aufgestellt, was die Erzeugung erneuerbarer Energie angeht:

  • Seit 2012 existiert der Solarpark Niederasphe – betrieben von den Stadtwerken Marburg
    ein kleiner Anfang: mit ca. 550 kWp liefert er rechnerisch im Mittel Strom für bis zu 150 Haushalte
  • 2013 ging der Solarpark Oberasphe ans Netz und wurde 2018 noch einmal erweitert. Betreiber ist die Fa. Krug-Energie, die ihren Sitz in Münchhausen-Wollmar hat. Anteile besitzt die Energiegenossenschaft Münchhausen, an der Gemeinde und Bürger beteiligt sind. Mit ca. 3200 kWp wird Strom für bis zu 900 Haushalten geliefert.
  • Seit dem Jahresende 2025 sind zwei der fünf Windkraftanlagen im Windpark Niederasphe in Betrieb. Der Windpark wurde geplant von Krug-Energie und erbaut von der UKA-Gruppe. Als Betreiber ist inzwischen eine neu gegründete Gesellschaft Windenergie Niederasphe GmbH&Co. KG mit Sitz in Münchhausen-Wollmar eingetragen. An dieser sind die beiden vorgenannten Unternehmen beteiligt.
    Wenn alle 5 Windräder (je 5,7 MW Spitzenleistung) in Betrieb sein werden (soll bis spätestens März 2026 der Fall sein), liefern diese bei normalen Bedingungen im Mittel Strom für 12.500 Haushalte.
    Aus jeder Kilowattstunde erzeugtem Strom erhalten die Anliegerkommunen 0,2 Cent. Den größten Teil davon erhält Münchhausen, anteilig sind auch Battenberg (Gemarkung Frohnhausen) und Wetter (anliegende Gemarkungen) entsprechend der Fläche im Radius von 2,5km um die Anlagen beteiligt.
  • Zudem sind in den Ortsteilen von Münchhausen derzeit 440 private Solaranlagen (vom Balkonkraftwerk bis zu Anlagen auf Scheunen und Hallen) registriert, fast 150 davon mit Speichern (Quelle: Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur).

Wo aber liegen die Probleme, die weitergehende Aktivitäten erfordern?

Die Windräder stehen oft still und die Einspeisung aus den Photovoltaikanlagen wird abgeschaltet, wenn mehr Strom produziert als verbraucht wird, bzw. als die Leitungsnetze aufnehmen können. Technisch ist es inzwischen durchaus möglich, überschüssigen Strom zu speichern, wenn lokal entsprechende Anlagen zur Verfügung stehen. Hier muss die Gemeinde in den nächsten Jahren in Kooperation mit den Anlagenbetreibern und den Netzbetreibern nach Möglichkeiten suchen, eine solche Speicherung vor Ort zu ermöglichen. Als Standort käme der Bereich neben dem neuen Umspannwerk oder das Gewerbegebiet in Frage. Davon würde die Gemeinde auch finanziell profitieren.

Unabhängig muss die Errichtung von Photovoltaikanlagen mit nachgeschalteten Speicherlösungen vorangetrieben werden. Die Gemeinde muss ihre eigenen Gebäude ausrüsten, für private Gebäude muss weiterhin Beratung zum Bau und zur Förderung angeboten werden.

Photovoltaikanlage Oberasphe (Quelle: Energiegenossenschaft Münchhausen)